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17. Juli 2026

Loslassen – Die 9 Grundhaltungen der Achtsamkeit von Jon Kabat-Zinn

Nachdem wir in dieser Blog-Serie die Grundlagen gelegt haben (hier geht es zum Einführungsartikel der Serie), widmen wir uns heute einer der anspruchsvollsten Haltungen: dem Loslassen.

jon-kabat-zinn

Warum mentales Festhalten uns blockiert

Wir klammern uns unbewusst an Erfahrungen – an schmerzhafte Konflikte genauso wie an besonders schöne Erinnerungen oder starre Erwartungen. Unser Gehirn tendiert automatisch dazu, das Angenehme dauerhaft konservieren und das Unangenehme überdenken zu wollen. Dieses ständige innere Festhalten kostet enorme kognitive Ressourcen und lässt uns in der Vergangenheit verharren.

Psychologisch gesehen bedeutet Loslassen nicht, Gefühle abzuspalten, gleichgültig zu werden oder Erinnerungen zu löschen. Es ist vielmehr der bewusste Verzicht darauf, Erfahrungen zwingend festhalten zu wollen. Es bedeutet, Gedanken, Impulse und Emotionen als vorübergehende mentale Ereignisse zu betrachten, sie wahrzunehmen und sie dann weiterziehen zu lassen, anstatt sich in ihnen zu verbeissen.

Das bewusste Loslassen erfordert oft einen professionellen Rahmen. Wenn du diese inneren Blockaden fundiert bearbeiten möchtest, begleite ich dich in meiner 1:1-Beratung.

Let it Go aus Frozen

Selbstbeobachtung: Wo dich das Festhalten Energie kostet

Beobachte im Alltag, welche Momente du unnötig festhältst:

  • Bei Kränkungen oder Ärger: Spielst du vergangene Konflikte gedanklich immer wieder durch? Dieses Grübeln hält dein Stresssystem aktiv. Übe dich darin, den Gedanken als reines mentales Ereignis zu bemerken – und ihn dann weiterziehen zu lassen, statt ihn inhaltlich neu aufzurollen.
  • Bei der Illusion von Kontrolle: Versuchst du – besonders in beruflichen Drucksituationen oder als Führungsperson –, jeden Aspekt und oft auch das Verhalten anderer zu kontrollieren? Beobachte den Impuls einzugreifen. Was passiert, wenn du diesen Impuls analytisch wahrnimmst, ihm aber nicht sofort nachgibst?
  • Bei starren Erwartungen: Hältst du an einem fixen Bild fest, wie dein Leben, dein Team oder eine Beziehung sein müsste (oder wie gut es früher einmal war)? Prüfe nüchtern, ob dir dieses Festhalten noch dient, oder ob es dir den Zugang zu deinen eigentlichen aktuellen Bedürfnissen verwehrt.

Um im eng getakteten Alltag einen ersten konkreten Schritt in Richtung Loslassen zu machen, lade ich dich zu meiner geführten Online-Session «15 Minuten Pause» ein.