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18. Juni 2026

Nutzt du KI bei persönlichen Lebensfragen?

KI ist bei psychologischen Fragen zunehmend die erste Anlaufstelle. Dr. Margaret Morris, klinische Psychologin, wies in ihrer Keynote eindrücklich darauf hin, dass KI als Unterstützung nützlich sein, wesentliche menschliche Nuancen jedoch nicht erfassen kann.

Nuancen fehlen

KI-Tools können nicht zwischen den Zeilen lesen. Es fehlt ihnen die Fähigkeiten, nonverbale Signale zu erfassen, Mitgefühl zu zeigen oder Stille und Tränen thematisch aufzugreifen. Zudem hat KI die Tendenz Aussagen unkritisch zu bestätigen, die sogenannte Sycophancy. Ein rein bestätigender Chatbot verstärkt dysfunktionale Überzeugungen, anstatt diese zu hinterfragen. Bei vulnerablen Personen birgt dieses Verhalten sogar erhebliche Risiken. Das Thema Datenschutz ist nochmals ein ganz wichtiger Punkt.

In meiner Praxis zeigt sich die Bedeutung des menschlichen Gegenübers täglich. In Sprechpausen geschieht viel wertvolles. Wenn die KI diesen Denkprozess mit einer nächsten Frage füllt, geht der Reflexionsprozess verloren.

Lösungen müssen aus den Klient:innen selbst entstehen, anstatt von aussen vorgegeben zu werden – genau das aber tut die KI. Sie liefert fortlaufend Antwortschablonen, die lediglich passiv bestätigt oder abgelehnt werden. Hat die künstliche Intelligenz einmal eine Annahme gemacht, verharrt sie meist darin, wodurch weitere Möglichkeiten verloren gehen.

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Begleitung

Zudem verleitet das digitale Gegenüber dazu, unangenehmen Prozessen auszuweichen. Gerade in Momenten des inneren Widerstands, in denen eine tiefere Konfrontation psychologisch wertvoll wäre, erlaubt die Maschine den reibungslosen Rückzug. Im menschlichen Setting hingegen wird die Person ermutigt weiterzugehen, sie ist dabei nicht allein, sondern wird schützend begleitet.

Selbstfürsorge in einer digitalisierten Welt bedeutet letztlich, sich nicht in der Technik zu verlieren.

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Quellen: